Cloud-Migration ist kein Selbstläufer. Viele KMU unterschätzen den Aufwand, überschätzen die Einsparungen oder vernachlässigen die Sicherheit. Dieser Artikel zeigt, wo es schiefgeht – und wie man es richtig macht.
Die Cloud verspricht Flexibilität, Kostenersparnis und moderne Infrastruktur. Für viele KMU ist die Migration in die Cloud ein wichtiger Schritt – aber kein einfacher. In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler, die Projekte verzögern, Kosten erhöhen oder die IT-Sicherheit gefährden.
Dieser Artikel ist kein Plädoyer gegen die Cloud. Im Gegenteil: Richtig geplant und umgesetzt ist die Cloud für die meisten KMU die bessere Lösung. Aber 'richtig geplant' ist der entscheidende Teil.
Fehler 1: Lift & Shift ohne Optimierung
Der häufigste Fehler: Alles wird 1:1 in die Cloud verschoben, ohne die Infrastruktur für die Cloud zu optimieren. Das Ergebnis ist eine teure, ineffiziente Cloud-Umgebung.
On-Premises-Server sind für Dauerbetrieb ausgelegt. In der Cloud zahlen Sie für das, was Sie nutzen. Ein Server, der on-premises 24/7 läuft, aber nur 8 Stunden am Tag genutzt wird, kostet in der Cloud dreimal so viel wie nötig. Richtige Cloud-Migration bedeutet: Workloads analysieren, Ressourcen anpassen, Zeitpläne für automatisches Hoch- und Herunterskalieren definieren.
Fehler 2: Sicherheit als Nachgedanke
Viele KMU gehen davon aus, dass die Cloud automatisch sicher ist. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Cloud-Anbieter sichern ihre Infrastruktur – aber nicht Ihre Daten und Konfigurationen.
Das Shared Responsibility Model besagt: Der Cloud-Anbieter ist verantwortlich für die Sicherheit der Cloud-Infrastruktur. Sie sind verantwortlich für die Sicherheit Ihrer Daten, Zugriffsrechte und Konfigurationen. Falsch konfigurierte Speicher-Buckets, übermässige Zugriffsrechte und fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung sind die häufigsten Sicherheitsmängel in Cloud-Umgebungen.
Fehler 3: Fehlende Datensouveränität
Wo liegen Ihre Daten? In welchem Land? Welches Recht gilt? Für Schweizer KMU sind diese Fragen nicht akademisch, sondern rechtlich relevant.
Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) stellt Anforderungen an die Übermittlung von Personendaten ins Ausland. Nicht alle Cloud-Anbieter erfüllen diese Anforderungen standardmässig. Prüfen Sie vor der Migration: Wo werden Ihre Daten gespeichert? Gibt es eine Schweizer oder europäische Region? Welche Datenschutzvereinbarungen bestehen?
Fehler 4: Kein Backup-Konzept für Cloud-Daten
Cloud bedeutet nicht automatisch Backup. Viele KMU glauben, ihre Daten seien in der Cloud automatisch gesichert. Das ist ein Missverständnis mit potenziell fatalen Folgen.
Cloud-Anbieter bieten Hochverfügbarkeit und Redundanz – aber keinen Schutz vor versehentlichen Löschungen, Ransomware oder Benutzerfehlern. Ein separates Backup-Konzept für Cloud-Daten ist Pflicht. Das gilt besonders für Microsoft 365, aber auch für IaaS- und PaaS-Workloads.
Fehler 5: Keine klare Zuständigkeit
Cloud-Umgebungen sind komplex. Wenn niemand explizit für die Überwachung, Optimierung und Sicherheit der Cloud-Umgebung zuständig ist, entstehen Probleme – oft unbemerkt.
Kosten laufen unkontrolliert davon. Sicherheitskonfigurationen veralten. Ressourcen werden nicht optimiert. Eine klare Zuständigkeit – intern oder bei einem Managed Service Provider – ist die Grundlage für eine stabile und kosteneffiziente Cloud-Umgebung.
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